Name: Jani Christou
Nationalität: GR
Instrumente: (Komponist)
Bestell-Nr.: ed.RZ 1013
   
Bio-, Photo -, Discography: JANI CHRISTOU
Griechischer Komponist

Geb. 8. Januar 1926 in Heliopolis, Ägypten; gest. 8. Januar 1970 in Athen. Als Sohn eines in Ägypten lebenden griechischen Schokoladenfabrikanten wuchs er in der patrizischen, griechischen Gemeinde der Großstadt Alexandria auf. Diese Umgebung (...) hat seine kreative Persönlichkeit stark beeinflußt. Er besuchte hauptsächlich englische Schulen. (...) Zahlreiche seiner unveröffentlichten Schriften zu Fragen der Philosophie und Musik, seine Tagebücher und Traumnotate verfaßte er darum auf Englisch. Von 1945-48 studierte er am King´s College in Cambridge bei Bertrand Russel und Ludwig Wittgenstein; Komposition udn Kontrapunkt bei Hans Ferdinand Redlich in Letchworth. 1949, 1951 und 1953 belegte er Filmmusikkurse bei Francesco Lavagnino an der Accademia Musicale Chigiana in Siena. Zu einem unbekannten Zeitpunkt führte ihn sein Interesse an Tiefenpsychologie zum Jung-Institut in Zürich. Obwohl nicht bekannt ist, dass er selbst bei C.G. Jung studierte, weiß man, dass ein Bruder Evangelos, der Christou stark beeinflußte, an diesem Institut von 1951-54 studierte und später praktizierender Analyst wurde.
1950 oder 1951 kehrte Christou nach Alexandria zurück. (...) 1960 ließ er sich in Griechenland nieder und verbrachte sein Zeit abwechselnd in Athen und Chios. (...) Er starb, wie sein Bruder Evangelos, bei einem Autounfall.

Christous Oeuvre stellt eine sich ständig entwickelnde Einheit dar. (...) Die Werke der ersten Phase sind von Christou als ´frei atonal´ beschrieben worden.(...) In dieser frühen Phase griffen Christous Musik und Philosophie schon ineinander.
In seiner zweiten Phase ging Christou über zu dem von ihm selbst so genannten ´Meta-Serialismus´und produzierte eine funkelnde Polyphonie aus rhythmischen Ostinatos und eine ´Fusion von inkompatiblen Klangfarben´. Von dieser Periode an verwendete er neue Begriffe und Neu-Definitionen, um die Techniken und Absichten seiner Musik zu bescheiben. Zum Beispiel die ´Muster´(patterns) als (...) ´ständige Re-Gruppierungen der gleichen oder verschiedenen Aspekte derselben Komponenten einer musikalischen Aussage´, während ´Permutationen´ definiert werden als ´allgemeiner Prozess der Multiplikation von musikalischer Materie durch die Organisation in verschieden strukturierte Kombinationen einer bestimmten Anzahl von Faktoren´.
In dramatischem Gegensatz zur zweiten Phase zeigt sich in der dritten (...) zunehmend Christous Interesse am Tod und dem Leben danach. U.a. skizzierte er etwas 120 Anaparastasis (´Re-Enanctments´), von denen zwei zu Christous Lebzeiten aufgeführt wurden. (...) Einige der Anaparastatis waren möglicherweise für eine Einarbeitung in die ORESTIE vorgesehen, (...) das die Aischylos Trilogie als Ausgangspunkt verwendete. (...) In seinem letzten Interview brachte Christou die ORESTIE in Zusammenhang mit der ´Panik vor der Unlösbarkeit des Problems menschlicher Existenz`.

   

 

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