FINKFARKER
Special link - vicious
confrontation
Fuchs
- Katzer |
Preis
/ Price :
15.08 €
Bestell-Nr.
/ Purchase Order No. : FMP CD 026
|
|
 |
| |
 |
| |
|
| Wolfgang
Fuchs (*1)
|
sopranino
sax, bass clarinet, contrabass clarinet |
| Georg
Katzer (*2) |
computer,
live electronics |
| |
|
|
01.
|
Spectral
(*2) |
12:52 |
|
02.
|
Link
(*2) |
23:49 |
|
03.
|
Vicious
(*1) |
09:48 |
|
04.
|
Confrontation
(*1) |
24:32 |
|
|
Total
time: |
71:04 |
|
All
pieces taped as played
Recorded by Jost Gebers on June 24, 1989 at the FMP
Studio Berlin.
Produced by Jost Gebers
Photos: Jost
Gebers and Helma Schleif (Cover)
Liner
notes: Hanno Rempel
|
| |
| First
published in August 1990 |
| |
Aus
dem Booklet:
"Durch die Arbeit mit Rechnern bei programmierbaren Kompositionsprozessen
bin ich zur Entwicklung von Improvisationsmodellen gekommen.
Resultat meiner Arbeit war ein programm, das es erlaubt, einen
Rechner als Steuerung für einen Synthesizer einzusetzen. Es
können die musikalischen Parameter beeinflusst werden. Wird
ein bestimmter Programmteil aufgerufen, so werden von mir
definierte Klangfiguren abgespielt. Ein Zufallsgenerator sorgt
dafür, dass dies mit ständiger Variation geschieht. (...)
Die Flexibilität des ganzen Programms ermöglicht Improvisation
auch im Zusammenspiel mit anderen improvisierenden Musikern.
Deren Signale werden in Effektgeräten elektronisch manipuliert,
so dass sie mit dem Klang des Synthesizers verschmelzen" (Georg
Katzer). (...) Von elektronischer Musik ausgehend, in denen
allein elektronisch hergestellte Klänge auf Tonband gespeichert
wurden, bedeutet der von Fuchs & Katzer hier repräsentierte
Typ ein Rückgriff auf Tradition - jedoch nicht in einem konventionell-konservativen,
sondern in einem schöpferisch-avancierten Sinn. (...) Dieser
Rückgriff findet mit nach vorn gerichtetem Kopf statt, er
bedeutet keine Rück-Wendung. Dabei entsteht Neues - ein neuer
Typ des Musizierens, der das fantasievolle Spiel mit einer
und durch eine Maschine einschließt - eine neue Klanglichkeit
durch die elektronische Bearbeitung natureller Instrumentalklänge,
die sich deutlich von reinen elektronischen wie auch von reinen
instrumentalen Klängen abheben.
Diese Art musikhistorischer Rückkopplung hat zahlreiche Muster
in der Geschichte. Die Wiener Klassiker Joseph Haydn, Wolfgang
Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven orientierten sich
in den Spätphasen ihrer Entwicklung an der Polyphonie Johann
Sebastian Bachs und der älterer Epochen. An den Mehrstimmigkeitstyp
der Wiener Klassiker wiederum knüpfte Arnold Schönberg an.
Dabei entstand jeweils Neues - der historische Rückgriff von
Haydn/Mozart/Beethoven führte schließlich über Schönberg zu
Anton Webern. Der Free Jazz der frühen 60er Jahre profilierte
sich nicht zuletzt durch einen massiven Rückgriff auf die
Tradition des Blues. Die Improvisierte Musik Europas ist ohne
die Tradition der E-Musik des 20. Jahrhunderts undenkbar.
Das Geheimnis, Erneuerung durch Rückbestimmung auf Tradition
zu fördern, besteht wesentlich darin, allgemein-musikalisch-geistige
Prinzipien schöpferisch in das Jetzt zu transformieren und
nicht (vorrangig) stilistische Modelle aus der Tradition zu
variieren oder gar zu kopieren.
Fuchs & Katzer haben beides (live-elektronische Struktur-Methoden,
Verfremdung des naturellen Instrumentalklanges) nicht erfunden,
doch repräsentieren sie diesen Musiktypus auf einem außerordentlich
hohen Niveau. (...)
Diese Musik von Wolfgang Fuchs und Georg Katzer ist kein Experiment,
sie ist Resultat, auch wenn dieses Ergebnis einen sich im
Fluss befindlichen Prozess beinhaltet; und vor allem demonstriert
sie außerordentliche Schönheit - Schönheit in einer neuen
Dimension. |
Hanno
Rempel
|
|